Kapuzinerinnen Kloster St. Klara


Direkt zum Seiteninhalt

Geschichte



Gründung und Entwicklung

Für das Konzil von Trient (1562/63) liessen sich die katholischen Orte der Innerschweiz von Melchior Lussi, Landammann von Nidwalden, vertreten. Seine Freundschaft mit Karl Borromäus, Erzbischof von Mailand, bewirkte, dass Kapuziner über die Alpen und 1582 nach Stans kamen, um den Welt- und Ordensklerus zu erneuern.

Ein erster Versuch, in Nidwalden ein Frauenkloster zu gründen, fällt in die Zeit von 1593 bis 1609.

Sr. Klara mit Chronik


Elisabeth von Schwyz und Dorothea von Einsiedeln bezogen ein von Privatleuten und der Regierung für sie erbautes Haus und unterrichteten Mädchen. Schülerinnen drängten sie, eine klösterliche Gemeinschaft zu bilden. Doch die Regierung befürchtete, ein zweites Kloster neben dem Kapuzinerkloster würde die Bevölkerung finanziell zu sehr belasten.

Der Gedanke der Klostergründung wirkte fort, bis die ehemaligen Schülerinnen, das Schwesternpaar Katharina und Maria Gut, den Wunsch äusserten, ihr ererbtes Vermögen zur Gründung eines Frauenklosters in Stans verwenden zu dürfen. _grundstein (Grundstein des Klosters St. Klara)

Grundstein des Klosters St. Klara

Die Kapuziner bestärkten sie in ihrem Vorhaben, ebenso Landammann Krispin Zelger und Kaspar Leuw, denen es vor allem um die Weiterführung einer Mädchenschule ging.

Mit der Gründung des Klosters St. Klara war also auch der Auftrag verbunden, eine Mädchenschule zu führen.

Die beiden Schwestern Gut wurden 1615 als Schwestern Klara und Agnes eingekleidet.

Chorgestühl mit Intarsien aus den Wappen einiger Landammänner aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts


Soziales Engagement

Die erfreuliche Entwicklung der Schule führte 1867 zur Gründung eines Internats. Der Start erfolgte mit 16 Schülerinnen im Nebengebäude des Klosters. Damit wurde die erste Seite der bedeutenden Institutsgeschichte geschrieben. Während 120 Jahren waren die Schwestern intensiv im Schuldienst engagiert.

Interne und externe Schülerinnen besuchten verschiedenste Schulangebote: Haushaltungskurse, Deutschkurse für Fremdsprachige, Sekundar- und Realschule, das Lehrerinnenseminar und vor allem die Handelsschule, die 1962 die eidgenössische Anerkennung erhielt.

zogen sich die Schwestern aus dem Schuldienst zurück. Die Schul- und Internatsräume werden nun vermietet.


Bereits im 17. Jahrhundert wiesen die Schwestern eine hohe Fertigkeit im Herstellen kunstgewerblicher Arbeiten aus. Durch die Veräusserung von Klosterarbeiten verschaffte sich die Gemeinschaft einen Beitrag zu ihren Lebenskosten.

Schon immer stellten die Schwestern Kirchenwäsche und Messgewänder her. Im 20. Jahrhundert erhielt das Kloster dank der Paramentenkunstwerkstatt von Sr. Augustina Flüeler international einen Namen.

Seit 1928 nahm sie sich mit ihrer Fachklasse der Paramentik an. Mit innovativer Schaffenskraft wagte die Künstlerin den Schritt weg vom rein dekorativen bestehenden liturgischen Kleid zur eigentlichen sakralen Gewandung.

Es war ihre Überzeugung, dass die Kirche zu lange dem Kostümpomp verfallen war, statt auf Schlichtheit und Echtheit durch einfache, edle Materialien und liebevolle, perfekte Verarbeitung zu achten. Mitschwestern und Fachkräfte führten ihre Entwürfe aus. Im hohen Alter schloss sie 1973 ihre Werkstatt.

Das Kloster im Spiegel grosser historischer Ereignisse

Die Schwestern hatten anfänglich mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Nidwaldner Bürger mischten sich stark in ökonomische Fragen ein. Der Klosterbau verschlang viel Geld, und die Schwestern mussten auf Sammelreisen gehen.

Diese Bettelei geschah zum Teil im Ausland und das in der Zeit des Dreissigjährigen Krieges (1618 – 1648). Es war kein Vergnügen
. In Stans wütete von 1628 – 30 die Pest, Missernten erschwerten die Lage, und der Hexenwahn verkrampfte die Atmosphäre.

Mitte des 17. Jahrhunderts begann die Schwesterngemeinschaft aufzublühen. 1658 zählte die Gemeinschaft schon über 40 Nonnen.


Den Dorfbrand von 1713 überstand das Frauenkloster ohne Schaden. Die schützende Hand wurde dem hl. Prosper, dem Katakombenheiligen des Klosters, zugeschrieben. _prosper (der linke Seitenaltar der Klosterkirche ist dem hl. Prosper geweiht. 1675 kam St. Klara zu dessen Reliquien, die durch die Schwestern kostbar gefasst wurden)


Der linke Seitenaltar der Klosterkirche ist dem hl. Prosper geweiht. 1675 kam St. Klara zu dessen Reliquien, die durch die Schwestern kostbar gefasst wurden.


Dafür wurden die Schwestern beim Einbruch der Franzosen in Nidwalden 1798 drangsaliert und um viele wertvolle Gegenstände beraubt. Das Nebengebäude des Klosters diente ab 1799 dem helvetischen Militär als Quartier. Die Regierung wünschte sogar die Aufhebung des Klosters
.

Die Aufnahme von neuen Kandidatinnen war bis 1804 verboten. Dennoch blieben alle Schwestern. Trotz des Durchhaltewillens war die Gemeinschaft aufgerieben, und sie hatte sich aus eigener Kraft wieder zu konsolidieren.


Kurze Zeit wirkte auch Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827), der sich im Auftrage der Helvetischen Regierung der Waisenkinder annehmen sollte, in den Räumen des Klosters.

Kinderschuh aus der Wirkungszeit Pestalozzis in St. Klara


Zu Ende des 19. und bis Mitte des 20. Jahrhunderts verzeichnete das Kloster seine wahre Blütezeit von über 60 Schwestern.

Ausblick in die Zukunft

Wir Kapuzinerinnen schöpfen aus dem franziskanischen Erbe und versuchen den Spuren von Franziskus und Klara in einem einfachen und verfügbaren Leben zu folgen. Unsere Sehnsucht, bei Gott sein zu dürfen, ist Antwort auf das Verlangen Gottes bei uns Menschen zu wohnen und sich uns zu schenken. Das Evangelium ist uns Richtschnur, die Ordensregel Wegweiser.
Unsere kontemplative Ausrichtung schenkt Raum für ein intensives Gebetsleben, das sich im Teilen des Alltages im Miteinander und der Arbeit konkretisiert.

Aus der inneren betenden Mitte möchten wir da sein und wirken.

(Quelle: Marita Haller-Dirr: Kunstführer Kloster St. Klara, Hsg., Kunstverlag Josef Fink 2001)

Home | News/Infos | Klostergemeinschaft | Wer wir sind | Kloster Blog | Angebote 2017 | Spiritualität | Berufung | Geschichte | Gottesdienste | Wo wir sind | Links | 400 Jahre St. Klara | Kontakt | Freundeskreis (FKS) | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü