Kapuzinerinnen Kloster St. Klara


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Spiritualität

Spiritualität des Hl. Franz und der Hl. Klara

„Seid immer Liebhaberinnen Gottes, eurer Seelen und der Seelen eurer Mitschwestern.“ (Segen der hl. Klara) Für Klara gibt es so etwas wie eine Kultur der Seele: Haltungen, Übungen Schritte im Gebet und im Leben, die die Wirklichkeit der Seele im Menschen konkreter werden lassen. So kann der Mensch einen Zugang zu dem göttlichen Leben in sich bekommen.
Das Zentrum dieses Weges ist die Sehnsucht. Mehr als alles andere waren Franziskus(1181/82 – 1226) und Klara (1193/94 – 1253) Menschen der Sehnsucht.






Eine späte Legende erzählt, dass bei einem der seltenen Treffen von Franziskus und Klara bei der Portiunkula-Kapelle im Wald von Assisi plötzlich viele Menschen mit Wasserkübeln herbeigeeilt seien, weil sie meinten, der Wald brenne. Sie fanden aber nur die beiden Heiligen im Gespräch über und mit Gott vertieft. In der Nähe von Klara und Franziskus erlebten die Menschen immer wieder das brennende Feuer der Sehnsucht nach dem göttlichen Geheimnis




Sehnsucht ist das Kernwort franziskanisch-klarianischer Spiritualität.
Franziskus staunt darüber, dass es Gottes Sehnsucht ist, sich im menschlichen Herzen eine „Wohnung und Bleibe“ zu schaffen (zweiter Brief an die Gläubigen 48). Klara kann es nicht fassen, dass es Gottes Sehnsucht ist, in der gläubigen Seele eine Bleibe zu finden (dritter Brief an Agnes 21 -22).

Die Bekehrung des neureichen Tuchhändlersohnes Franziskus zum armen Gottsucher zeugt von der Neuausrichtung seiner Sehnsucht nach Leben und Sinn auf Gott hin. Seine Sehnsucht sucht das Ganze – und er findet es im unendlichen Gott, dem Schöpfer der Welt, dem er sein Leben radikal widmet.

Auch in der Berufungsgeschichte Klaras entdecken wir diese hartnäckige Sehnsucht nach Gott. Sie treibt sie dazu, den Reichtum und die Sicherheit ihres adligen Elternhauses aufzugeben und sich den materiell ungesicherten Brüdern des Franziskus anzuschliessen, deren zentrale Lebensausrichtung ein evangeliengemässes Leben aus der Sehnsucht nach Gott ist.

Diese lässt sie eine mit Steinen verriegelte Tür ihres Vaterhauses öffnen. Sie macht sie in der äusserlich gesehen langweiligen Eingeschlossenheit des Klosters San Damiano bei Assisi und in der Armut der Gemeinschaft zu einer leuchtenden Gestalt, die weit herum Gottvertrauen, Liebe und Heilkraft ausstrahlt.


(aus: Margareta Gruber, Christina Mülling, Herbert Schneider, Paul Zahner (Hg.): Gottes – Sehnsucht, Einübungen in franziskanische Spiritualität, Kösel 2005)

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